Selbst Konsumierende sagen es: Zigaretten für 20 Franken würden Jugendliche besser schützen
WELTTAG OHNE TABAK − 31. MAI
Hohe Preise gehören zu den wirksamsten Mitteln, um Jugendliche vor Produkten zu schützen, die abhängig machen und der Gesundheit schaden. In der Schweiz sind Tabak- und Nikotinprodukte zu billig. Strassenumfragen in Lausanne und Bern zeigen, dass selbst Personen, die rauchen, die Preise als zu tief einstufen.
Anlässlich des Welttags ohne Tabak machen Organisationen aus der Tabak- und Nikotinprävention gemeinsam auf einen klaren Fakt aufmerksam: In der Schweiz sind Tabak- und Nikotinprodukte viel zu günstig. Dabei gehören hohe Preise zu den wirksamsten Mitteln, um Jugendliche vor Produkten zu schützen, die abhängig machen und der Gesundheit schaden. Die Lungenliga Schweiz fordert zusammen mit weiteren Präventionsorganisationen eine ehrgeizigere Preispolitik für Tabak- und Nikotinprodukte.
20 Franken für ein Zigarettenpäckli? Für viele in Ordnung
Die Aussagen aus den Strassenumfragen zeigen: Ein Teil der befragten Personen – darunter auch E-Zigaretten-Konsumierende – hält die heutigen Preise für deutlich zu tief. Mehrere Personen sind der Meinung, ein Zigarettenpäckli sollte zwischen 20 und 30 Franken kosten, um Jugendlichen den Zugang zu diesen Produkten zu erschweren. Andere weisen auf die besondere Anziehungskraft von süss aromatisierten Produkten mit Bonbon-Geschmack bei Minderjährigen hin. Ein junges Paar bringt diese Sichtweise auf den Punkt: «Für alle Produkte sollte derselbe Steuersatz gelten. Ob klassische Zigaretten oder E-Zigaretten – es bleibt eine Sucht.»
Günstige Produkte erleichtern den Einstieg
Gerade Jugendliche reagieren besonders sensibel auf den Preis. Günstige Produkte erleichtern den Einstieg in den Nikotinkonsum. Im internationalen Vergleich und kaufkraftbereinigt sind die Tabak- und Nikotinprodukte in der Schweiz viel zu günstig.
9200 Todesfälle pro Jahr
Tabakkonsum verursacht in der Schweiz jedes Jahr rund 9200 Todesfälle und für das Gesundheitssystem Kosten in Milliardenhöhe. Trotzdem tragen die unterschiedlichen Besteuerungen von herkömmlichen Zigaretten, erhitzten Tabakprodukten, E-Zigaretten und oralen Nikotinprodukten weiterhin dazu bei, diese Produkte attraktiv zu halten.